Losung für Donnerstag, 14. Mai 2020: „Meint ihr, dass ihr Gott täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht?“ (Hiob 13,9)

Wer ist vor Gott ohne Schuld?! Tragen die Leidenden die Last ihrer Sünde? Stehen die Wohlhabenden, Unversehrten und Erfolgreichen vor Gott mit „weißer Weste“ – oder ist ihr Erfolg swogar der Lohn für ihr untadeliges Leben? Solche Fragen bewegen Hiob und seine Freunde; und hin und wieder auch und, zumindest mich.

Ich habe in meiner Jugend öfter gehört „Irgendwas müssen die Juden ja getan haben, sonst würden sie ja nicht alle gegen sie sein!“ – Ihr Schicksal, ihr Ergehen also eine Folge ihrer Taten? Dieses Denken ist auch heutigen Menschen nicht fremd. AIDS, Covid-19, etc werden als Strafe Gottes gepredigt – und nicht wenige glauben das auch ernsthaft. Leid als Ernte für unser Tun, oder „kleine Sünden straft der liebe Gott sofort“, alles Formen der gleichen Denkmasse: Gottes Gerechtigkeit wird es den Bösen schon zeigen…

Hiob hinterfragt das Denken. „Meint ihr, dass ihr Gott täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht?“ Er sieht sich mit seinen Freunden im selben Boot – auch wenn sie in ungleicher Lage sind, er in Schutt und Asche, sie als freundlicher Beistand. Und auch das Covid-19-Virus hinterfragt unser Denken. Es macht keinen Unterschied – sozialer Stand, Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht, Alter …. es kann jede*n treffen. Ebenso wie Gottes Gerechtigkeit. Doch in ihr liegt letztlich Heil und Segen. Darum lasst uns die Gerechtigkeit Gottes suchen…