Losung für Donnerstag, 19. März 2020: „Der HERR wandte sich Israel wieder zu um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob und wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht bis auf diese Stunde.“ (2.Könige 13,23)

Gibt es überhaupt einen Gott?! Warum lässt er das dann alles zu?! — Schwere Zeiten geben uns Gelegenheit alles zu hinterfragen. Auch die Fundamente unseres Lebens. Gerade das, was uns bisher getragen hat und Halt gegeben hat, steht unter genauer, kritischer Beobachtung. Und nicht wenige fühlen sich nicht nur mutterseelenallein, sondern auch gottverlassen.

Die Menschen zur Zeit der Könige in Israel hatten auch ihre Lebenskrisen; meist ausgelöst äußeren Bedrohungen. Der Feind lauterte ständig, die Freiheit stand auf dem Spiel oder war verloren. Die Reden mancher heutiger Politiker lassen das covid-19-virus als mächtigen Kriegsgegner erscheinen und ihre Rethorik in der Bekämpfung ist kaum anders als die gegen einen wirklichen Kriegsgegner. Nur: Die Bedrohung lauert im Verborgenen. Ist unseren Augen und unserer Wahrnehmung entzogen.

Bei all dem Ungemach sagten die Menschen früher: Gott hat uns den Rücken gekehrt. Ja, sie sahen SEIN Abwenden als Ursache für ihr Schicksal. Einige Profeten entgegneten den Menschen jedoch: Nicht Gott hat euch den Rücken zugewandt – Ihr (!) habt IHM den Rücken zugekehrt und seinen Willen nicht beachtet. Das erlebte Übel ist die Ernte eures Tuns. Schwere Krisen sind am besten zu bewältigen, wenn jede*r einzelne sich selbst fragt: was ist mein Beitrag dazu gewesen, wo habe ich etwas versäumt oder etwas unpassendes, falsches getan. Jeder Beitrag zählt. Auch das hören wir im Moment, wenn es gilt, die Ansteckung einzudämmen. Die wichtigste Zusage aber ist: Gottes Angesicht ist auf uns gerichtet – ER schaut uns an. Er will unser gelungenes Leben fördern, unterstützen und erhalten. Wegen seines Bundes. Mit Abraham, Isaak, Jakob und – so ergänze ich – mit Jesus Christus. Er sieht uns an – auch in aller Not – bis auf diese Stunde.