Losung für Dienstag, 24. März 2020: „Der HERR ist gerecht in allen seinen Wegen und gnädig in allen seinen Werken. (Psalm 145,17)

Ich habe eine ganze Liste von Ungerechtigkeiten, die ich Gott gerne vorlegen würde, damit ER sie bearbeite und das Recht wieder herstelle. Aber sicher hört ER selbst die Schreie der Menschen, die um ihr Recht gebracht werden, und um ihre Lebensgrundlage.

Gerecht? Wer ist schon gerecht?! Die Menschen sicher nicht. Nicht immer. Und wahrscheinlich würde ich beim Versuch, der Gerechtigkeit auf die Sprünge zu helfen, mir – wie Robin Hood – einreden müssen: „der Zweck heiligt die Mittel“. Hinzu kommt: Menschen haben offenbar eine unterschiedliche Vorstellung von Gerechtigkeit. Das hängt sowohl vom Individuum als auch von der Zeit und den Umständen ab, in der sie leben. Verteilung von knappen Gütern macht das wohl sehr gut anschaulich (Atemgeräte, Schutzmasken – und bald wohl auch Intensivbetten). Recht wird gebeugt, das fängt mancherorts schon an den Grenzen an…

Psychogen raten den Menschen in der jetzigen Situation u.a., nur zweimal täglich Nachrichten zu schauen, um dem schlechten Nachrichten nicht zu viel Platz zu geben. Ein wirklich guter Tipp, nicht nur für diese Tage, finde ich.

Der Psalm 145 ist ein einziges Gotteslob. Es nimmt mich heraus aus dem Strudel der Bad News und lädt mich ein, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Der Verfasser – König Dawid – war alles andere als blauäugig, er wusste um die Leiden der Welt; trotzdem hatte er auch seine Erfahrung mit dem gnädigen Gott. So möchte auch ich auf IHN hoffen und vertrauen und um SEINE Gerechtigkeit und SEINE Gnade bitten – für uns alle.

Evangelisches Gesangbuch Nr. 272 – Ich lobe meinen Gott