Losung für Freitag, 24. April 2020: „HERR, gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören! (Jeremia 14,21)

Not lehrt Beten. So haben frühere Generationen es immer wieder erfahren. Diese Erfahrung wurde weitergegeben von Generation zu Generation – und durch eigene Erfahrung neu belebt und als wahr erlebt.

Kriege, Hunger, Wasserknappheit, Krankheit, Tod – da gibt es unzählige Anlässe zu Gebet. Wie könnte ich unsere heutige Not am besten bezeichnen? Ist es die Krankheit, oder Pandemie, ausgelöst durch covid-19? Oder ist die empfundene Not nicht eher die Restriktion des Alltags? Geschlossene Geschäfte (kann ich noch am ehesten verkraften), geschlossene Schulen, Kontaktverbot, Maskengebot, geschlossene Grenzen, Absagen von Kultur- und Sportveranstaltungen, Angst vor Ansteckung, Einsamkeit und Isolation und nicht zuletzt geschlossene Kirchen.

Jeremia kennt die vergebliche Bitte bei Dürre und Kriegsnot. Und er bekennt: „Ach, HERR, wenn uns unsere Sünden uns verklagen, so hilf uns doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben“. Mein Blick in der Not auf den eigenen Beitrag dazu, das eigene Versagen, die eigene Schuld ist nicht nur der erste Schritt zur Besserung, sondern vertieft auch die Beziehung zu Gott, und nimmt seinen Bund mit mir ernst.

Heute ist wieder Weltklimastreik. Diesmal online, wegen des weltweiten Versammlungsverbotes. Viele befürchten, dass wir bei allen Bemühungen im Kampf gegen covid-19 den Blick auf die noch großere drohende Katastrophe verlieren. Auch im Blick auf den Klimawandel gilt, unseren Beitrag zu erkennen, anzuerkennen und umzukehren, in dem wir Maßnahmen zur Entspannung setzen. Was der Verstand der Menschen nicht geschafft hat, erledigt für ein paar Wochen und Monate die Angst vor einem Virus. Eine Frage beschäftigt mich seit Tagen: Will ich den alten Zustand wirklich komplett zurück? …