Losung für Montag, 4. Mai 2020: „Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.“ (Psalm 107,3.8)

Es gab Zeiten, da waren die Menschen froh und lobten Gott, wenn Leute aus allen Himmelsrichtungen kamen, um im Land ein neues Leben zu beginnen…

Nun haben wir Angst – und sehen in der Epidemie neue Gefahren – wenn wir Grenzen öffnen würden. Also bleiben sie zu. Und die Masken auf. Abstand – wir leben mit Abstand am besten ?

Losung für Freitag, 1. Mai 2020: „Ist denn die Hand des HERRN zu kurz?“ (4. Mose 11,23)

Ist es das Ende der Welt, wenn es nicht nach meinem Kopf geht? Im Moment vielleicht schon. Mose konnte ein Lied davon singen…

In der Wüste fehlt es an allem. Wasser, Brot, Eiweis. Auf Dauer ist die Wüste kein Raum zum Leben, sowenig wie die Isolation auf Dauer ein Lebensraum für mich ist.

Lebenswichtig ist allerdings, dass ich Gottes Hand eingreifen sehe oder sehen kann. Momente der Zuwendung sind Chance zum Aufatmen, zur Erholung. Was dem Mose und seinem Volk die Wachteln waren, das ist für mich die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung mit Menschen und Erleichterungen der Einschränkungen des Alltags…

Losung für Dienstag, 28. April 2020: „So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den HERRN, euren Gott, zu suchen.“ (1. Chronik 22,19)

Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott – so hat Martin Luther formuliert. Setze ich diese Maßstab ab, so finde ich so manche Götter in unserer Gesellschaft. Derzeit streiten sich der langjährige Hauptgott „Wirtschaft“ mit dem Newcomer-Gott „Gesundheit“ um die Vorherrschaft. Wem soll alles untergeordnet und geopfert werden?

Wie befreiend ist es da für mich, Herz und Sinn auf den zu wenden, der mein Leben geschaffen hat und täglich erhält. Was alles im Leben „kein Gewinn“ hat, fasst Luther in „Ein feste Burg“ (4.Str.) zusammen. Alles nicht unwichtig, aber eben kein Gott, ohne den mein Leben keinen Sinn mehr hat.

Losung für Montag, 27. April 2020: „Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN.“ (1. Mose 3,8)

Manchmal ist es einfach zu Reißaus-Nehmen, weglaufen, verstecken. Wenn ich großflächige, ja globale Umweltzerstörung sehe, wenn hungernde Kinder zu Tausenden und Millionen via Medien in meine Welt kommen, wenn ich die Not in den Flüchtlingslagern und Kriegsgebieten wahrnehme, dann würde ich am liebsten die Augen verschließen, mich tot stellen, den Kopf in den Sand stecken. Doch das ändert nichts an der Not und der globalen Katastrophe. Wie Adam würde ich mich am liebsten vor Gott verstecken, die Verantwortung sollen doch andere tragen, ich kann ja eh nichts ändern…

Doch Adam versteckte sich, weil er sich seiner Verantwortung bewusst war. Später schiebt er seine Verantwortung der Frau, und die weiter der Schlange in die Schuhe. Es gibt halt immer irgendwelche Sündenböcke, an denen ich mich abputzen kann.

Jesus, das Osterlamm nahm meine Schuld auf sich. Wenn ich das bekennen kann, so brauche ich vor Gott kein Versteck mehr. Kann ihm gegenübertreten und meine Schuld eingestehen. Das ist erleichternd und macht Leben möglich. Aufrechtes Leben.