Losung für Dienstag, 12. Mai 2020: „Der HERR sprach zu Salomo: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo sprach: Du wollest deinem Knecht ein gehorsames Herz geben, dass er dein Volk richten könne und verstehen, was gut und böse ist.“ (1. Könige 3,5.9)

Gut und Böse – so einfach kann man diese zwei heute nicht mehr auseinander halten. Die Grenze ist manchmal fließend. Aber der Wunsch ist schön. Vor allem für einen Herrscher. Eingehorsames Herz und die Weisheit, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Ich wünschte mir mehr Herrscher heute in der Welt, die sich diese Frage stellen, und nicht nach dem eigenen Vorteil haschen.

Losung für Samstag, 9. Mai 2020: „Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.“ (5. Mose 2,7)

Schön, wenn mir – wie einst Mose – am Ende einer langen Wüstenwanderung zugesprochen wird: „Der HERR, dein Gott, hat dich gesegnet in allen Werken deiner Hände.“ Dass Segen auf dem lag, was ich getan oder gelassen habe, das zu erkennen, gibt vielem einen Sinn. Das lässt die Mühen, Plagen, Durststrecken etc. in einem anderen Licht leuchten. Alles hatte seinen Sinn!

Derzeit stellen immer mehr Menschen und Medien in Frage, ob die Maßnahmen zur Eindämmung von covid-19 gerechtfertigt waren. Anders gesagt: Ob unsere Durststrecken und Wüstenwanderungen einen Sinn hatten. Ich wünsche ihnen, sie können „ja“ dazu sagen, den der Blick auf das Ergebnis scheint die Maßnahmen zu rechtfertigen. Die Freude über die deutliche Besserung sollte doch überwiegen. Für mich zumeindest hatten die Entbehrungen einen Sinn – und das genügt mir.

Wie die Ernte am Ende des Lebens ausfällt, steht noch aus, aber sie wird gesegnet sein, diese Verheißung nehme ich mit – auch durch so manches finstere Tal…

Losung für Freitag, 8. Mai 2020: „HERR, lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe.“ (Psalm 119,77)

Heute vor 75 Jahren endete in Europa der Zweite Weltkrieg. Unermessliches Leid hatten die Menschen noch Wochen und Monate zuvor zu ertragen. Zum Schluss war nur noch sinnloses Töten und Zerstörung auf der Befehlsliste. Wieviele wünschten sich damals in ihren Verstecken, in den zerbomten Häusern oder in den Gefangenenlagern: einfach nur leben? Und wie viele: einfach nur sterben? Der Wunsch, zu leben, war wohl stärker. Wer seinen – vielleicht noch so kleinen – Glauben in dem ertragenen oder erlebten Leid nicht verloren hatte, warf sein Gebet zu Gott: „HERR, lass mir deine Barmherzigkeit widerfahren, dass ich lebe.“

In der Covid-19 Krise kommt es mir merkwürdig vor, dass immer wieder darauf hingewiesen wird, es wäre die schlimmste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Kann ich meine Entbehrungen mit denen vor 75 Jahren vergleichen? Ich glaube nein! Zwar ist Leid und Tod nicht objektiv messbar, jedes Leid ist auf seine Weise einzigartig schwer, dennoch halte ich solche Vergleiche für unpassend, weil sie das Leid der Menschen vor 75 Jahren relativiert. Es ist und bleibt unsagbares Leid.

Die Hoffnung allerdings mag die gleich sein. Mitten in der Dunkelkeit auf Gottes Barmherzigkeit warten, die wie ein Licht die Gegenwart erhellt und mich aufrichtet – das ich lebe…

Losung für Mittwoch, 6. Mai 2020: „Ich will die Finsternis vor ihnen her zum Licht machen und das Höckerige zur Ebene.“ (Jesaja 42,16)

Befreiung ist in diesen Tagen ein vielverwendetets Wort. Vor 75 Jahren rückten die Alliierten in viele Städte und Lager ein, weiße Fahnen, aber auch abgemergelte Menschen und der Geruch des Todes kam ihnen entgegen. Befreiung von der Unterdrückung, von der Unmenschlichkeit und Grausamkeit eines Systems.

Seit 1. Mai demonstrieren in den Virus-gebeutelten Regionen zahlreiche Menschen für mehr Freiheit im Lebensstil. Manche sehen die Beschränkungen als sinnlos, maßlos und gar wahnsinnig an, andere sind sie zumindest überdrüssig. Und auch hier stehen viele Befreier auf, die ein Ende des Wahnsinns versprechen.

Befreiung ist aber mehr als nur das „wieder-dürfen-können“, „endlich“ die Normaität zurückbringen – und wenn sie auch nur eine „neue Normalität“ ist. Jesaja verheißt, dass Gott die Normalität umdreht, neue Verhältnisse schafft. Finsternis wir zu Licht, das Höckerige wird Ebene. Wer will denn wirklich den alten Wahnsinn zurück, die alte Ungerechtigkeit und die alte Vorstellung von Werten?! Eben – Ich warte auf ein Neues! Wirklich befreiendes. Johannes der Täufer hat mit ähnlichen Worten Jesus den Weg gebahnt. Mit ihm ist ein neuer Weg der Befreiung abgebrochen. Vielleicht müssen wir alle wieder mehr auf ihn hören und seinen Weg für uns beherzigen…

Losung für Dienstag, 5. Mai 2020: „Gott breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers. Er macht den Großen Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens.“ (Hiob 9,8.9)

Mit großen Worten beschreibt Hiob die Größe Gottes. Mit ihm ist nicht gut streiten, Gott behält am Ende immer Recht. Daher ist die anklagende Frage „Warum?“ immer ein Bumerang. Warum läuft so viel falsch in der Welt? Tja, Mensch – überleg doch bitte mal selbst!

Kaum eine Not, eine Plage, ein Übel, das sich nicht auf den Menschen zurückführen lässt. Sogar die Covid-19 Epidemie hat letztlich menschliche Ursprünge. Zwar nicht, wie einige US-Geheimdienstler behaupten, in chinesischen Laboren; sollten die Viren von gestreßten Tieren auf Menschen übergegangen sein, wäre die Frage, was hat diesen Tieren diesen Streß bereitet, dass ihr Immunsystem verrückt spielte…

In den Sternenhimmel zu blicken kann sehr beruhigend sein. Alles ist so weise geordnet. Gerade in unruhigen, chaotischen Zeiten ist dieser Blick auf Gottes Ordnung sehr heilsam.

Losung für Montag, 4. Mai 2020: „Die er aus den Ländern zusammengebracht hat von Osten und Westen, von Norden und Süden: Die sollen dem HERRN danken für seine Güte und für seine Wunder, die er an den Menschenkindern tut.“ (Psalm 107,3.8)

Es gab Zeiten, da waren die Menschen froh und lobten Gott, wenn Leute aus allen Himmelsrichtungen kamen, um im Land ein neues Leben zu beginnen…

Nun haben wir Angst – und sehen in der Epidemie neue Gefahren – wenn wir Grenzen öffnen würden. Also bleiben sie zu. Und die Masken auf. Abstand – wir leben mit Abstand am besten ?