Losung für Freitag, 1. Mai 2020: „Ist denn die Hand des HERRN zu kurz?“ (4. Mose 11,23)

Ist es das Ende der Welt, wenn es nicht nach meinem Kopf geht? Im Moment vielleicht schon. Mose konnte ein Lied davon singen…

In der Wüste fehlt es an allem. Wasser, Brot, Eiweis. Auf Dauer ist die Wüste kein Raum zum Leben, sowenig wie die Isolation auf Dauer ein Lebensraum für mich ist.

Lebenswichtig ist allerdings, dass ich Gottes Hand eingreifen sehe oder sehen kann. Momente der Zuwendung sind Chance zum Aufatmen, zur Erholung. Was dem Mose und seinem Volk die Wachteln waren, das ist für mich die Möglichkeit zur persönlichen Begegnung mit Menschen und Erleichterungen der Einschränkungen des Alltags…

Losung für Dienstag, 28. April 2020: „So richtet nun euer Herz und euren Sinn darauf, den HERRN, euren Gott, zu suchen.“ (1. Chronik 22,19)

Woran du dein Herz hängst, das ist dein Gott – so hat Martin Luther formuliert. Setze ich diese Maßstab ab, so finde ich so manche Götter in unserer Gesellschaft. Derzeit streiten sich der langjährige Hauptgott „Wirtschaft“ mit dem Newcomer-Gott „Gesundheit“ um die Vorherrschaft. Wem soll alles untergeordnet und geopfert werden?

Wie befreiend ist es da für mich, Herz und Sinn auf den zu wenden, der mein Leben geschaffen hat und täglich erhält. Was alles im Leben „kein Gewinn“ hat, fasst Luther in „Ein feste Burg“ (4.Str.) zusammen. Alles nicht unwichtig, aber eben kein Gott, ohne den mein Leben keinen Sinn mehr hat.

Losung für Montag, 27. April 2020: „Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN.“ (1. Mose 3,8)

Manchmal ist es einfach zu Reißaus-Nehmen, weglaufen, verstecken. Wenn ich großflächige, ja globale Umweltzerstörung sehe, wenn hungernde Kinder zu Tausenden und Millionen via Medien in meine Welt kommen, wenn ich die Not in den Flüchtlingslagern und Kriegsgebieten wahrnehme, dann würde ich am liebsten die Augen verschließen, mich tot stellen, den Kopf in den Sand stecken. Doch das ändert nichts an der Not und der globalen Katastrophe. Wie Adam würde ich mich am liebsten vor Gott verstecken, die Verantwortung sollen doch andere tragen, ich kann ja eh nichts ändern…

Doch Adam versteckte sich, weil er sich seiner Verantwortung bewusst war. Später schiebt er seine Verantwortung der Frau, und die weiter der Schlange in die Schuhe. Es gibt halt immer irgendwelche Sündenböcke, an denen ich mich abputzen kann.

Jesus, das Osterlamm nahm meine Schuld auf sich. Wenn ich das bekennen kann, so brauche ich vor Gott kein Versteck mehr. Kann ihm gegenübertreten und meine Schuld eingestehen. Das ist erleichternd und macht Leben möglich. Aufrechtes Leben.

Losung für Samstag, 25. April 2020: „Der HERR wird sich wieder über dich freuen, dir zugut, wie er sich über deine Väter gefreut hat.“ (5. Mose 30,9)

Brav sein – das lohnt sich. Das kennen wir seit Kindesbeinen; das wird uns auch täglich in den Pressekonferenzen der Bundesregierung eingeimpft. Wenn – dann! Wenn sich alle an die Verordnungen halten, dürfen dann auch alle Erleichterungen erleben. Ganz einfach…

Wenn du die Gebote befolgst, dann wird es dir und den Deinen gut gehen. So hört es auch Mose. Er kann sich entscheiden zwischen Leben und Tod. Duch sein Verhalten. Das ist gar nicht so weit weg von den Erfahrungen und Appellen unserer Tage.

Nur ging es bei Mose nicht um Händewaschen, Mindestabstand und Mund-Nasen-Schutz, sondern um das Hören und Befolgen von Gottes Wort. Das nicht hoch im Himmel, sondern in deinem Mund und in deinem Herzen geschrieben steht.

Brav sein – das ist mehr als das Befolgen irgendwelcher Anweisungen von Mama und Papa, oder der Bundesregierung: Es ist Leben und Handeln mit Gottes Wort, im Vertrauen auf Gott.

Losung für Freitag, 24. April 2020: „HERR, gedenke doch an deinen Bund mit uns und lass ihn nicht aufhören! (Jeremia 14,21)

Not lehrt Beten. So haben frühere Generationen es immer wieder erfahren. Diese Erfahrung wurde weitergegeben von Generation zu Generation – und durch eigene Erfahrung neu belebt und als wahr erlebt.

Kriege, Hunger, Wasserknappheit, Krankheit, Tod – da gibt es unzählige Anlässe zu Gebet. Wie könnte ich unsere heutige Not am besten bezeichnen? Ist es die Krankheit, oder Pandemie, ausgelöst durch covid-19? Oder ist die empfundene Not nicht eher die Restriktion des Alltags? Geschlossene Geschäfte (kann ich noch am ehesten verkraften), geschlossene Schulen, Kontaktverbot, Maskengebot, geschlossene Grenzen, Absagen von Kultur- und Sportveranstaltungen, Angst vor Ansteckung, Einsamkeit und Isolation und nicht zuletzt geschlossene Kirchen.

Jeremia kennt die vergebliche Bitte bei Dürre und Kriegsnot. Und er bekennt: „Ach, HERR, wenn uns unsere Sünden uns verklagen, so hilf uns doch um deines Namens willen! Denn unser Ungehorsam ist groß, womit wir wider dich gesündigt haben“. Mein Blick in der Not auf den eigenen Beitrag dazu, das eigene Versagen, die eigene Schuld ist nicht nur der erste Schritt zur Besserung, sondern vertieft auch die Beziehung zu Gott, und nimmt seinen Bund mit mir ernst.

Heute ist wieder Weltklimastreik. Diesmal online, wegen des weltweiten Versammlungsverbotes. Viele befürchten, dass wir bei allen Bemühungen im Kampf gegen covid-19 den Blick auf die noch großere drohende Katastrophe verlieren. Auch im Blick auf den Klimawandel gilt, unseren Beitrag zu erkennen, anzuerkennen und umzukehren, in dem wir Maßnahmen zur Entspannung setzen. Was der Verstand der Menschen nicht geschafft hat, erledigt für ein paar Wochen und Monate die Angst vor einem Virus. Eine Frage beschäftigt mich seit Tagen: Will ich den alten Zustand wirklich komplett zurück? …