Losung für Donnerstag, 21. Mai 2020: „Die ihr den HERRN liebet, hasset das Arge!“ (Psalm 97,10)

Ja, ich finde auch, dass es nicht zusammen passt, den HERRN zu lieben und das „Arge“ ebenfalls. Wie kann ich als Gläubiger Christ die Umweltzerstörung, Verletzung der Menschenrechte, Krieg und Ausbeutung gutheißen?! Glauben heißt für mich auch, Verantwortung in der Welt zu übernehmen, und NEIN (!) zu sagen zu der Zerstörung, einzutreten und aufzustehen, wo Unrecht jeglicher Form sichtbar wird.

Lieben und hassen – zwei Lebensregungen, die stark von Emotionen erfüllt sind. Beides führt mich zu aktiven Handeln. Als Christ in der Welt bin ich kein Zuschauer, sondern geleitet und erfüllt mit Gottes Geist, seinen Willen in der Welt sichtbar, hörbar und spürbar zu machen.

Losung für Mittwoch, 20. Mai 2020: „Der Gerechte erkennt die Sache der Armen.“ (Sprüche 29,7)

„Wann habe ich dir zu Essen, zu Trinken gegeben, wann kabe ich dir Kleidung gegeben oder ein Dach über den Kopf, wann habe ich dich besucht, als du krank oder gefangen warst?“ – fragen die zur rechten, und Jesus, der Menschensohn antwortet: „was ihr einem von den geringsten – nämlich ärmsten – meiner Brüder und Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan!“ Da habe ich für heute genug zum Nachdenken …

Losung für Dienstag, 19. Mai 2020: „So kehrt nun um von euren bösen Wegen. Warum wollt ihr sterben?“ (Hesekiel 33,11)

Unsere Lebensgewöhnheiten, unser Wirtschaftssystem ist aufgebaut auf einem Unggleichgewicht von Menschen die profitieren und Menschen, die dafür die Rechnung bezahlen. Ja, es gibt Opfer. Unser Weg des Wohlstands ist gepflastert mit vielen Opfern, Kindern, Frauen, Männer, die keine Chance zum Leben haben. Hohe Kosten. Und auch wir selbst leben gefährdet – das zeigt nicht zum ersten mal eine Katastrophe wie die diese gerade grasierende Pandemie. Warum wollt ihr sterben?

Was ist uns das schöne Leben wert?

Losung für Freitag, 15. Mai 2020: „Der HERR erhörte unser Schreien und sah unser Elend, unsere Angst und Not.“ (5. Mose 26,7)

Macht es Sinn, in der Not eine Klage anzustimmen? Wahrscheinlich überlege ich in großer Not nicht lange, ich klage, um mir Luft zu machen – und hoffe, dass Gott mein „Schreien“ hört. So wie ein Kind in einem Dilemma instinktiv nach Mutter oder Vater ruft, indem es einfach drauflos weint. Insgeheim – um irgend einen Adressaten zu finden, der aus der Patsche hilft…

Die Klage in der Not – für mich und andere – macht wohl Sinn, vor allem, wenn ich Gottes Gegenwart gewiss bin. Und darauf vertraue, dass mein Schreien SEIN Herz berührt.

Losung für Donnerstag, 14. Mai 2020: „Meint ihr, dass ihr Gott täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht?“ (Hiob 13,9)

Wer ist vor Gott ohne Schuld?! Tragen die Leidenden die Last ihrer Sünde? Stehen die Wohlhabenden, Unversehrten und Erfolgreichen vor Gott mit „weißer Weste“ – oder ist ihr Erfolg swogar der Lohn für ihr untadeliges Leben? Solche Fragen bewegen Hiob und seine Freunde; und hin und wieder auch und, zumindest mich.

Ich habe in meiner Jugend öfter gehört „Irgendwas müssen die Juden ja getan haben, sonst würden sie ja nicht alle gegen sie sein!“ – Ihr Schicksal, ihr Ergehen also eine Folge ihrer Taten? Dieses Denken ist auch heutigen Menschen nicht fremd. AIDS, Covid-19, etc werden als Strafe Gottes gepredigt – und nicht wenige glauben das auch ernsthaft. Leid als Ernte für unser Tun, oder „kleine Sünden straft der liebe Gott sofort“, alles Formen der gleichen Denkmasse: Gottes Gerechtigkeit wird es den Bösen schon zeigen…

Hiob hinterfragt das Denken. „Meint ihr, dass ihr Gott täuschen werdet, wie man einen Menschen täuscht?“ Er sieht sich mit seinen Freunden im selben Boot – auch wenn sie in ungleicher Lage sind, er in Schutt und Asche, sie als freundlicher Beistand. Und auch das Covid-19-Virus hinterfragt unser Denken. Es macht keinen Unterschied – sozialer Stand, Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht, Alter …. es kann jede*n treffen. Ebenso wie Gottes Gerechtigkeit. Doch in ihr liegt letztlich Heil und Segen. Darum lasst uns die Gerechtigkeit Gottes suchen…